
Nach der Filler-Behandlung: Worauf Sie in den ersten 48 Stunden achten sollten
25 September 2026
Angst vor der Operation bewältigen: Die Rolle der Arzt-Patienten-Kommunikation
25 September 2026Kurz gesagt: Vor einer ästhetischen Operation werden in der Regel ein Blutbild, Gerinnungstests, laborchemische Werte und die Blutgruppe bestimmt; je nach Alter und Gesundheitszustand können ein EKG, eine Röntgenaufnahme der Lunge, eine Brustbildgebung oder ein Schwangerschaftstest hinzukommen. Welche Untersuchungen nötig sind, ist nicht für alle gleich: Chirurg und Anästhesist legen dies gemeinsam fest, nachdem sie Alter, Vorerkrankungen, Medikamente und die geplante Operation berücksichtigt haben.
Ästhetische Eingriffe sind meist planbare, nicht dringliche Operationen. Dadurch bleibt Zeit, den Gesundheitszustand vorher gründlich zu beurteilen. Die präoperativen Untersuchungen sollen Narkose und Operation sicherer machen, unerkannte Gesundheitsprobleme aufdecken und – falls nötig – eine Verschiebung oder Anpassung des Plans ermöglichen.
In diesem Beitrag geht es um die häufigsten Untersuchungen, ihre Aussagekraft, die Rolle des Narkosegesprächs und darum, worauf bei chronischen Erkrankungen geachtet wird. Die Übersicht ist allgemein; welche Untersuchungen Sie benötigen, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach der Untersuchung.
Warum werden Untersuchungen angeordnet?
Grundlage der Beurteilung sind die Anamnese (frühere Erkrankungen, Operationen, Allergien, Medikamente) und die körperliche Untersuchung. Die Tests ergänzen diese Informationen. Eine Blutarmut (Anämie) kann es erschweren, Blutverlust während der Operation zu verkraften; eine Gerinnungsstörung kann das Blutungsrisiko erhöhen; ein schlecht eingestellter Blutzucker kann die Wundheilung beeinträchtigen und das Infektionsrisiko steigern.
Der heutige Ansatz besteht darin, Untersuchungen individuell auszuwählen, statt allen dieselbe lange Liste vorzulegen. Bei jungen, gesunden Menschen und kleineren Eingriffen kann eine begrenzte Auswahl genügen; bei höherem Alter, chronischen Erkrankungen oder umfangreicheren Operationen ist oft eine breitere Abklärung sinnvoll.
Häufig angeordnete Blutuntersuchungen
- Blutbild: Gibt Auskunft über Hämoglobin, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen (Thrombozyten, die an der Gerinnung beteiligt sind). Blutarmut, Entzündungszeichen oder zu wenige Thrombozyten lassen sich so erkennen.
- Gerinnungstests: Werte wie Quick/INR und aPTT zeigen, wie schnell das Blut gerinnt. Sie sind besonders wichtig bei Blutungsneigung in der Vorgeschichte oder bei Einnahme blutverdünnender Medikamente.
- Laborchemie: Nüchternblutzucker, Nierenwerte, Leberenzyme und Elektrolyte (etwa Natrium und Kalium) werden bestimmt. Sie können die Wahl der Narkosemedikamente und den Heilungsverlauf beeinflussen.
- Blutgruppe: Wird bei umfangreicheren Operationen mit möglichem Blutverlust bestimmt, damit bei Bedarf Blut bereitgestellt werden kann.
- Infektionsmarker: Tests auf Hepatitis B, Hepatitis C und HIV können je nach Vorgehen der Einrichtung und individueller Situation angeordnet werden.
- Zusätzliche Werte: Bei Diabetes etwa der HbA1c-Wert (durchschnittlicher Blutzucker der letzten Monate), bei Schilddrüsenerkrankungen die Schilddrüsenwerte.
Manche Blutwerte müssen nüchtern abgenommen werden. Halten Sie sich an die Anweisungen, wie lange Sie vorher nichts essen sollen und ob Ihre regelmäßigen Medikamente eingenommen werden dürfen.
EKG, Röntgen und Bildgebung
Das Elektrokardiogramm (EKG) zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens auf; es dauert nur kurz und tut nicht weh. Es wird meist ab einem bestimmten Alter sowie bei Herzerkrankungen, Bluthochdruck oder Herzstolpern in der Vorgeschichte angeordnet; wann es nötig ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs ist nicht für alle Routine. Sie kann bei Rauchern, chronischen Lungenerkrankungen, kürzlich durchgemachten Atemwegsinfekten oder in ausgewählten Fällen aufgrund des Untersuchungsbefunds sinnvoll sein.
Vor Brustoperationen (Vergrößerung, Verkleinerung oder Straffung) kann je nach Alter und Risikofaktoren ein Brustultraschall und/oder eine Mammografie angeordnet werden. Ziel ist es zu klären, ob vor dem Eingriff ein abklärungsbedürftiger Befund vorliegt. Bei Frauen im gebärfähigen Alter kann vor der Operation ein Schwangerschaftstest erfolgen, wenn eine Schwangerschaft möglich ist.
| Untersuchung | Zweck | Meist angeordnet bei |
|---|---|---|
| Blutbild | Blutarmut, Entzündung und Thrombozyten beurteilen | Vor den meisten Operationen |
| Gerinnungstests | Blutungsneigung einschätzen | Vor den meisten Operationen; besonders bei Blutverdünnern |
| Laborchemie | Blutzucker, Niere, Leber und Elektrolyte prüfen | Je nach Alter, Vorerkrankungen und Umfang des Eingriffs |
| EKG | Herzrhythmus und mögliche Herzprobleme erkennen | Ab einem bestimmten Alter oder bei Herz-Kreislauf-Risiken |
| Brustbildgebung | Brustgewebe vor dem Eingriff beurteilen | Geplanten Brustoperationen, je nach Alter und Risiko |
Das Narkosegespräch
Vor Operationen in Vollnarkose oder Sedierung (ein schlafähnlicher Zustand durch beruhigende Medikamente) beurteilt die Anästhesistin oder der Anästhesist die Patientin bzw. den Patienten gesondert. Besprochen werden frühere Probleme mit Narkosen, Narkosekomplikationen in der Familie, Allergien, Schnarchen und Schlafapnoe (wiederholte Atemaussetzer im Schlaf), Zähne und Atemwege sowie die aktuellen Medikamente.
Anhand der Befunde werden das Narkoseverfahren und die Nüchternzeit vor der Operation geplant. Falls nötig, werden zusätzliche Untersuchungen oder die Einschätzung eines weiteren Facharztes angefordert. Das Gespräch ist auch eine gute Gelegenheit, eigene Fragen zu stellen.
Chronische Erkrankungen, Medikamente und Gewohnheiten
Bei Diabetes, Bluthochdruck, Herz-, Lungen- oder Schilddrüsenerkrankungen oder Gerinnungsstörungen kann eine Stellungnahme (Konsil) der behandelnden Fachärztin oder des Facharztes eingeholt werden. Es geht darum, ob die Erkrankung für die Operation ausreichend gut eingestellt ist. Ist das nicht der Fall, kann eine Verschiebung im Sinne der Sicherheit die richtige Entscheidung sein.
- Medikamente: Blutverdünner, manche Schmerzmittel, hormonhaltige Präparate und pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel können das Blutungs- oder Thromboserisiko beeinflussen. Nennen Sie alle Mittel, die Sie einnehmen, und setzen Sie keines eigenmächtig ab, sondern nur nach ärztlicher Anweisung.
- Rauchen: Beeinträchtigt Durchblutung und Wundheilung. Ein Rauchstopp vor und nach der Operation sollte mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt geplant werden.
- Frühere Befunde: Bringen Sie vorhandene Laborwerte, Arztbriefe und Medikamentenlisten mit; so lassen sich unnötige Wiederholungen vermeiden. Wie lange Befunde als aktuell gelten, hängt von der Einrichtung und der individuellen Situation ab.
Häufig gestellte Fragen
Welche Blutwerte werden vor einer Schönheitsoperation bestimmt?
Meist werden ein Blutbild, Gerinnungswerte (Quick/INR, aPTT), laborchemische Werte und bei umfangreicheren Eingriffen die Blutgruppe bestimmt. Je nach Vorgehen der Einrichtung kommen Tests auf Hepatitis B, Hepatitis C und HIV hinzu. Bei Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen können weitere Werte nötig sein. Ihre persönliche Liste wird nach Untersuchung und Narkosegespräch ärztlich festgelegt.
Ist vor jeder ästhetischen Operation ein EKG nötig?
Nein, nicht in jedem Fall. Ein EKG wird meist ab einem bestimmten Alter, bei Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Herzstolpern oder Brustschmerzen in der Vorgeschichte oder vor umfangreichen Eingriffen angeordnet. Bei jungen, gesunden Menschen wird anhand der geplanten Operation und des Narkoseverfahrens ärztlich entschieden, ob es erforderlich ist.
Braucht man vor einer Brustoperation eine Mammografie?
Vor Brustoperationen wird empfohlen, das Brustgewebe zu beurteilen; dafür kommen Ultraschall, Mammografie oder beides infrage. Die Wahl hängt vom Alter, von Brusterkrankungen in der Familie und vom Tastbefund ab. Zeigt die Bildgebung einen abklärungsbedürftigen Befund, kann die Operation verschoben werden, bis dieser geklärt ist.
Wie lange sind Befunde vor einer Operation gültig?
Eine einheitliche Frist gibt es nicht. Die Gültigkeit hängt vom Vorgehen der Einrichtung, vom Gesundheitszustand und von der Art der Untersuchung ab. Wurde zwischenzeitlich eine neue Erkrankung durchgemacht, die Medikation geändert oder lagen Werte im Grenzbereich, kann eine Wiederholung nötig sein. Aktuelle Befunde zum Termin mitzubringen, erleichtert diese Einschätzung.
Wird die Operation bei auffälligen Werten abgesagt?
Nicht jeder auffällige Wert bedeutet eine Absage. Manchmal kann die Operation nach weiteren Tests, einem Facharzt-Konsil oder einer kurzen Behandlung geplant werden. Wird etwa eine Blutarmut oder ein schlecht eingestellter Blutzucker festgestellt, ist es oft sicherer, dies zuerst zu behandeln und den Eingriff zu verschieben. Die Entscheidung treffen Chirurg und Anästhesist gemeinsam.
Mehr zum Ablauf der Narkose lesen Sie auf den Seiten Narkose-Informationen und Gesichts- und Halsstraffung; für einen Vorgesprächstermin in Kayseri nutzen Sie bitte die Seite Kontakt.
Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information; für Diagnose und Behandlung ist eine ärztliche Untersuchung erforderlich.




